Palais Erzherzog Ludwig Viktor

1. Bezirk, Schwarzenbergplatz 1

planet-vienna, das palais erzherzog ludwig viktor am schwarzenbergplatz

Am Schwarzenbergplatz liess der jüngste Bruder Kaiser Franz Josephs 1863 sein eigenes Palais errichten. Der prachtvolle Renaissancebau wurde bald zum Schauplatz rauschender Feste – bis Skandale um den Erzherzog selbst für einen jähen Bruch sorgten.


1863 beschloss der erst 21-jährige Erzherzog Ludwig Viktor, jüngster Bruder Kaiser Franz Josephs, den Bau eines privaten Wohnsitzes. Er wählte den Baugrund, wo der Schubertring und der Schwarzenbergplatz aufeinandertreffen. Mit der Planung und Ausführung des Gebäudes beauftragte er den renommierten Architekten Heinrich Ferstel. 1866 war das Palais fertiggestellt. Der Erzherzog und sein neues Haus waren für rauschende Feste und gesellschaftliche Anlässe bekannt. Nachdem der Hausherr jedoch wiederholt für Skandale gesorgt hatte und er von Franz Joseph daraufhin nach Schloss Klessheim in Salzburg geschickt worden war, kehrte Ruhe im Haus ein.

Um das Jahr 1900 wurde das Palais umfassend renoviert. Zehn Jahre später verkaufte der Erzherzog sein Palais dem Militärwissenschaftlichen Casinoverein, der bis heute unter dem Namen „Neustädter Offiziersverein“ darin ansässig ist. Und das Burgtheater nutzt das Palais als Probebühne, gelegentlich auch als Aufführungsort kleinerer Produktionen.

Figurenschmuck von Franz Schönthaler

planet-vienna, das palais erzherzog ludwig viktor am schwarzenbergplatz

Das Gebäude im Stil der italienischen Renaissance verfügt über einen unregelmässigen Grundriss, den Heinrich Ferstel durch einen Eckturm mit Kuppel ausglich. Die Fassade zum Schwarzenbergplatz hin weist im ersten Stock grosse Rundfenster aus, die von korinthischen Säulen unterbrochen werden. Darüber stehen sechs Statuen bedeutender österreichischer Persönlichkeiten: Ernst Gideon von Laudon, Niklas Graf Salm, Johann Bernhard Fischer von Erlach, Ernst Rüdiger Graf Starhemberg, Prinz Eugen von Savoyen und Josef von Sonnenfels. Die Skulpturen stammen von k.u.k. Hofbildhauer Franz Schönthaler.

planet-vienna, das palais erzherzog ludwig viktor am schwarzenbergplatz

Die repräsentative Haupttreppe aus Untersberger Marmor mit durchbrochenem Geländer führt lediglich zu den Haupträumen im ersten Stock, während die oberen Stockwerke über eine Seitentreppe erschlossen werden. Am Ende der Festtreppe gelangt man über eine Galerie zum grossen Ballsaal, welcher zum Schwarzenbergplatz hin ausgerichtet ist. Dieser Raum, gemeinsam mit dem Speisesaal und dem Wintergarten, war Hauptschauplatz von Ludwig Viktors Festivitäten. Der Ballsaal ist aufwendig mit Goldstuck auf weissem Grund ausgestattet.


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planet-vienna, das palais erzherzog ludwig viktor am schwarzenbergplatz, Aquarell von Rudolf von Alt
Aquarell von Franz Alt