4. Bezirk, Argentinierstrasse 33

Das Palais Erlanger wurde 1866 für den Immobilieninvestor Franz Pranter errichtet, der das Gebäude noch im selben Jahr an den Bankier Ludwig Gottlieb Friedrich von Erlanger verkaufte. Das Haus zählt somit zu den klassischen Wiener Palaisbauten aus der Zeit der Entstehung der Ringstrasse.
Es war das erste Werk des Wiener Architekten Friedrich Schachner (1841–1907), der sich zunächst vom Baustil der Ringstrassenarchitekten beeinflussen liess, allen voran von den bedeutenden Palastarchitekten Johann Romano und August Schwendenwein. Diese orientierten sich in erster Linie an der italienischen Palastarchitektur der Renaissance, deren Formensprache – wenn auch noch zurückhaltend – ebenso beim Palais Erlanger zur Anwendung kam. Im Jahr 1889 wurde das Palais Erlanger von den Architekten Karl König und Oskar Laske erweitert und ausgebaut. Dabei erhielt das Gebäude ein zusätzliches Dachgeschoss, das sein Erscheinungsbild grundlegend veränderte.
Vornehm gestaltete Fassade

In seiner ursprünglichen Form präsentiert sich das Palais Erlanger als neunachsiges Stadtpalais mit den typischen architektonischen Merkmalen seiner Entstehungszeit. Über dem Rundportal befindet sich ein Balkon mit Balustradengeländer, der auf Kragsteinen ruht und in der Mitte konkav ausschwingt. Das Sockelgeschoss ist rustiziert gestaltet, während die darüberliegende Beletage durch schwere Dreiecksgiebel und ornamentalen Schmuck über den Fenstern deutlich hervorgehoben wird. Das zweite Obergeschoss hingegen ist nahezu schmucklos gehalten.
Ein breites Gesims trennt das Dachgeschoss optisch vom übrigen Baukörper. Dieses weist einen hufeisenförmigen Grundriss auf, wobei der mittig gelegene Balkon einen kleinen «Ehrenhof» bildet.
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