Klosterkirche Maria Frieden

22. Bezirk, Hardeggasse 65

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Vom Armenunterricht zur Wiener Klosterschule: Die Niederlassung der Schwestern vom armen Kinde Jesu in Stadlau erzählt eine bewegende Geschichte von Glauben, Bildung und Neubeginn – geprägt von Kriegsverlusten und lebendiger Tradition bis heute.


Die Ordensschwester Clara Fey (1815-1894) aus Aachen gründete 1837 in ihrer Heimatstadt die erste Armenschule. 1844 ging daraus auf ihre Initiative der Orden der Schwestern vom armen Kinde Jesu hervor. 1857 richtete die gewachsene Gemeinschaft in Wien-Rossau ihre erste österreichische Niederlassung ein. Man bewohnte einen Gartenpavillon des Liechtenstein’schen Palais. Fast zeitgleich entstand in Döbling die erste Wiener Klostergründung der Aachener Nonnenn. Sie waren vor allem auf dem Gebiet des Unterrichts und der Erziehung tätig. 1889 erwarben sie in der damals unwirtlich-sumpfigen Stadlau ein Grundstück für eine Niederlassung jenseits der Donau.

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Am 2. Juli 1893 konnte die neue Klosterkirche der Unbefleckten Empfängnis geweiht werden. Fortan diente auch diese Niederlassung mit Internat, Volksschule und Kindergarten dem Unterricht. Einzig der Zweite Weltkrieg unterbrach den Betrieb, da die Ordensfrauen enteignet wurden. Nach ihrer Rückkehr führten sie die Schule weiter, bauten sie laufend aus und passten sie den Anforderungen der Zeit an. Bis heute dient der Komplex als Schule und ist seit 2019 in den Händen der Vereinigung der Ordensschulen Österreichs.

Bedeutenes Werk Josef Kastners

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Jesus als Kinderfreund

Die Klosteranlage mit Kirche ist im späthistoristischen Stil gehalten. Die Saalkirche mit Dachreiter weist eine schlichte Giebelfront auf mit zwei Nischen. In ihnen stehen die Figuren der Heiligen Petrus und Paulus. Vor der Kirche fällt eine grosse Steinfigurengruppe ins Auge. Sie zeigt Jesus als Kinderfreund. Das Innere der Saalkirche mit Apsis und ausladender Empore ist mit qualitätvollen Malereien von Josef Kastner ausgestattet. Der Künstler zeichnete auch für die Gestaltung des Chorraumes in der Klosterkirche in Döbling verantwortlich. In der Apsis der Stadlauer Klosterkirche steht das Motiv der Unbefleckten Emfpfängnis im Zentrum. Weitere Darstellungen zeigen die Heiligen Dominikus, Augustinus, Anna und Maria mit Jesuskind sowie eine Anbetung der Hirten. Die bemalten Glasfenster der Firma Geyling sind 1963 im Zuge einer Kirchenrestaurierung eingesetzt worden.


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Kloster Stadlau um 1900 (Quelle: Wien-Museum.at)