Wagnervillen

14. Bezirk, Hüttelbergstrasse 26 – 28

planet-vienna, die wagner villen in hütteldorf, wien

Der Wiener Jugendstilarchitekt Otto Wagner entwarf und errichtete in den Jahren 1886 bis 1888 für sich und seine Familie in Hütteldorf ein Sommerhaus, die sogenannte erste Wagner-Villa, die er ab 1895 dauerhaft bewohnte. Nachdem seine Kinder erwachsen geworden und ausgezogen waren, empfand Wagner das Haus als zu gross für seine Bedürfnisse. Er verkaufte die Villa an Ben Tieber, den Eigentümer des 1904 eröffneten Apollo-Theaters, und liess unmittelbar daneben ein kleineres Wohnhaus errichten, die zweite Wagner-Villa, die ihm nunmehr als Wohnsitz diente.

Die erste Wagner-Villa verfiel in der Folge allmählich und geriet nahezu in Vergessenheit. Neue Aufmerksamkeit erhielt sie, als der Schriftsteller Heimito von Doderer das Haus als Schauplatz für sein letztes Werk „Romanfragment Nr. 7, Der Grenzwald“ wählte. Später gelangte die Villa in den Besitz des Malers und Grafikers Ernst Fuchs, der das Gebäude renovieren und teilweise im Stil Otto Wagners erweitern liess. Ernst Fuchs lebte und wirkte zuletzt in Monte Carlo, nutzte die Wagner-Villa jedoch weiterhin als Ausstellungsort für seine Kunst. Heute ist hier das Ernst-Fuchs-Museum untergebracht.

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Die erste Wagner-Villa ist ein spektakulärer Bau im Stil der freien Renaissance, gelegen am steilen Abhang des Hüttelbergs. Dem Gebäude ist eine Freitreppe mit verspielten Eisengeländern vorgelagert, die zum Mitteltrakt des Hauses führt. Dieser bildet eine zur Vorderseite hin offene Halle mit griechischen Anleihen, getragen von vier grossen Säulen mit vergoldeten Kapitellen. Deckenornamente und Reliefarbeiten schmücken den Raum. Seitlich der Halle befinden sich jeweils grosse Wandnischen mit Ziervasen, reich versehen mit barockisierender Ornamentik und jeweils von einer Inschriftentafel überfangen. Die beiden Seitentrakte schliessen deutlich zurückversetzt an. Das Haus ist von sorgfältig gepflegtem Buschwerk umgeben. Links im Garten, etwas verborgen zwischen den Bäumen, steht ein Gartenpavillon, der sich an byzantinischen und asiatischen Formensprachen orientiert.

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Die zweite Wagner-Villa, unmittelbar benachbart, ist als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt und wesentlich schlichter gestaltet. Kubische Formen, klare Kanten und die Farbe Blau prägen das auf den ersten Blick nüchterne Erscheinungsbild. Ein ausladendes Gesims fasst das Flachdach. Die Fensterbemalung über dem Eingang sowie die Mosaiken in der Loggia stammen von Koloman Moser, der unter anderem auch bei den Wienzeilehäusern eng mit Otto Wagner zusammenarbeitete.