Schloss Rothmühle

Rannersdorf, Schwechat

planet-vienna, schloss rothmühle in rannersdorf

Schloss Rothmühle in Schwechat blickt auf eine Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurück. Einst Mühle, später Wohn- und Arbeitsstätte, wurde das Gebäude zum barocken Schloss erweitert. Heute erinnert es mit seinem Erscheinungsbild an seine wechselvolle Vergangenheit.


Die Ursprünge des heutigen Schlosses Rothmühle in Rannersdorf, einem Gemeindeteil von Schwechat, reichen bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück. Eine Urkunde erwähnt an dieser Stelle bereits damals ein Gebäude, das im Laufe der Zeit unterschiedlichen Zwecken diente. Zunächst als Mühle genutzt, wurde es später in eine Stofffabrik und anschliessend in eine Stätte zur Lederherstellung umgewandelt. Später waren darin Unterkünfte für Arbeiter eingerichtet. Die Bezeichnung des Gebäudes blieb jedoch meist bei „Mühle“. Zeitweise wurde es als „Mühle in dem Grunde derhalben des Wazzers“ – gemeint ist die Schwechat – bezeichnet, später als „Mühle am nidern Grund“ und schliesslich als „Rothe Mühle“.

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Letzterer Name blieb erhalten und wandelte sich lediglich in die vereinfachte Schreibweise „Rothmühle“. Ob die Bezeichnung möglicherweise auf eine ursprüngliche Bauweise mit roten Ziegelsteinen zurückgeht, ist denkbar, jedoch nirgends belegt. Die heutige Schwarzmühlstrasse, die die das Schloss flankierende Rothmühlstrasse kreuzt, verweist auf die „Schwarze Mühle“, deren farbbezogene Namensgebung ebenfalls ungeklärt ist. Seit 1906 trägt sie den Namen „Antonshof“.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das Gebäude zum heutigen Barockschloss erweitert. Danach gelangte das Schloss in den Besitz von Anna Maria Posch. Sie war mit dem königlich ungarischen Hofkämmerer Ferdinand Konrad Posch verheiratet und bewohnte ein Stadtpalais in Wien. Nach dem Tod Poschs vermählte sich seine Witwe mit dem bedeutenden Mediziner Franz Anton Mesmer. Das Paar bewohnte neben dem Stadtpalais auch Schloss Rothmühle. Am 22. September 1773 stattete Wolfgang Amadeus Mozart Dr. Mesmer einen Besuch ab.

Kulturstätte und Mietobjekt

Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg beschädigten Schloss Rothmühle erheblich. Anschliessend wurde das Gebäude behelfsmässig instand gesetzt und als Unterkunft für Arbeiterfamilien genutzt. 1967 erwarb die Stadt Schwechat das Schloss, stellte es unter Denkmalschutz und liess es umfassend sanieren. Eine weitere Renovierung erfolgte 2001. Heute dient Schloss Rothmühle als Kulturstätte. Alljährlich finden im Sommer im Schlosshof die Nestroy-Spiele statt. Mehrere Räume können zudem für private Anlässe gemietet werden.

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Das barocke Schloss besitzt einen V-förmigen Grundriss und fällt insbesondere durch seine zwei unterschiedlich mächtigen Türme auf, die jeweils von einer Zwiebelhaube bekrönt werden. Einst umgab ein Wassergraben das Schloss, der nach der Türkenbelagerung eingeebnet wurde. Im Zuge der Renovierung ab 1967 wurde der Graben teilweise rekonstruiert. Über eine Steinbrücke mit Balustergeländern gelangt man zum barocken Hauptportal. Der längere der beiden Gebäudetrakte ist in seinem Verlauf geknickt. Im Zentrum des Schlosses befindet sich der Festsaal mit einer beeindruckenden Stuckdecke und zwei grossflächigen oktogonalen Deckengemälden. Die ehemalige Schlosskapelle weist ebenfalls ein altes Deckengemälde auf. Im Schloss befindet sich zudem eine Pension mit zwei Einzelzimmern, drei Doppelzimmern und einer Suite.


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