Café Westend

7. Bezirk, Mariahilfer Str. 128

planet-vienna, das café westend in wien

Das Café Westend am Europaplatz zählt bis heute zu den traditionsreichsten Kaffeehäusern Wiens. Eröffnet um die Jahrhundertwende im so genannten Zachariashof – einem imposanten Eckgebäude an der Mariahilfer Strasse, entworfen vom Architekten Robert Prihuda – beeindruckt es vor allem durch seine Dimensionen.

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Die hohen Decken mit schwerem Stuck und Gebälk, verzierte Wände, tief eingeschnittene Fensternischen und der abgetretene Fischgrätparkett verleihen dem Raum eine unverwechselbare Atmosphäre. Obwohl die Kristallluster aus den 1950er-Jahren stammen, wirkt das Interieur beinahe unverändert, was ganz im Sinne der heutigen Besitzer ist: Neben moderner Infrastruktur steht die Bewahrung des historischen Ambientes im Mittelpunkt. Typische Thonet-Sessel, Marmorplattentische und Sitzbänke mit sichtbaren Gebrauchsspuren ergänzen die Einrichtung.

Neues Konzept seit 2023

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Die besondere Lage am Ende der Mariahilfer Strasse, gegenüber dem Westbahnhof, prägt die Stimmung des Lokals. Reisende mit Koffern, die hier auf ihre Abfahrt warten, gehörten seit jeher ebenso zum Publikum wie Studenten, Künstler, einkaufsmüde Flaneure, Jugendliche oder ältere Herren mit Zeitung. Im Frühjahr 2023 ging das Kaffeehaus in neue Hände über und sperrte kurrzeitig seine Türen für eine „Verjüngungskur“. Der neue Beteiber liess unter anderem die Armaturen modernisieren, Wände und Decken auffrischen.

Das neue alte „Westend“ bleibt sich als Kaffeehaus zwar weiterhin treu – dies jedoch hauptsächlich tagsüber. Der Betreiber selbst hält fest, dass er das Kaffeehaus in den Abendstunden eher als Bar für ein tendenziell jüngeres Publikum versteht und der Fokus somit von Kaffee zum Cocktail wandert, gelegentlich begleitet von Livemusik. Das veränderte Konzept wird vom bisherigen Publikum kontrovers diskutiert.