Annakirche

1. Bezirk, Annagasse 3

planet-vienna, die annakirche in wien

Etwas versteckt an der Annagasse steht ein kunsthistorisches Juwel mit langer Geschichte: Die im Kern spätgotische Annakirche birgt eine eindrucksvolle barocke Ausstattung mit grossflächigen Fresken eines bedeutenden Meisters.


Die Geschichte der Annakirche in der Annagasse reicht bis in das Jahr 1514 zurück. Sie wurde ursprünglich als spätgotische Hallenkirche errichtet. Ab 1573 befand sie sich im Besitz der Jesuiten. In den Jahren 1632 bis 1633 wurde sie umgebaut und verändert und anschliessend unter Kaiser Ferdinand II. erneut eingeweiht. 1716 erhielt der Innenraum unter Christoph Tausch dem Älteren eine vollständige Neuausstattung im barocken Stil. Am 25. Juni 1747 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein, wonach dieser und der Dachstuhl abbrannten. Glücklicherweise blieb das Deckengewölbe unversehrt und konnte neu überdacht werden. 1751 erfolgte eine Renovierung des durch Kerzenrauch geschwärzten Innenraums.

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Die bemerkenswertesten Ausstattungsmerkmale der Annakirche, die Fresken, sind das Werk Daniel Grans. Diese wurden Mitte des 19. Jahrhunderts erneut restauriert und mit dunkleren Farben übermalt. Die Fresken der Annakirche sind von erheblicher kulturhistorischer Bedeutung aufgrund ihrer Qualität und ihres Umfangs. Grans Meisterwerke umfassen jeweils eine eigene Thematik: Das Chorfresko zeigt die Glorie der heiligen Anna mit einem leuchtenden Signet Mariens. Das Gegenstück im Zantrum bildet die Glorie der Gottesmutter Signet Jesu. Die dritte Glorie über der Orgelempore stellt das neugeborene Kind dar. Hinter ihr erscheint die heilige Dreifaltigkeit mit ihrem unergründlichen Ratschluss, den eingeborenen Sohn sündlos Mensch werden zu lassen. Ziel dieses Geschehens ist die Erlösung Adams und Evas von der Erbschuld.

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Das Hochaltarbild – ebenfalls von Daniel Gran – zeigt die heilige Verwandtschaft Christi: die heilige Anna mit dem Jesuskind, daneben Maria, hinter ihr den heiligen Joachim, ferner Elisabeth mit dem kindlichen Johannes, Maria Magdalena mit dem Salbgefäss, den heiligen Josef mit der Lilie, Zacharias mit dem Rauchfass, die Herrenbrüder sowie die Apostel Judas Thaddäus, Jakobus und Johannes.


planetvienna, die annakirche im wien, ansicht um 1886
Hofseitige Ansicht um 1886, Bild: Wienbibliothek im Rathaus
planet-vienna, Alte Ansicht der Annakirche
Alte Ansicht der Annakirche