3. Bezirk, Erdbergstrasse 72

Vermutlich befand sich in Erdberg bereits um 1200 eine dem heiligen Paulus geweihte Kapelle, die im 14. Jahrhundert zu einer Kirche ausgebaut wurde. Während der ersten Türkenbelagerung im Jahr 1529 wurde dieses Gotteshaus zerstört. Um 1650 legte man an derselben Stelle einen kleinen Friedhof an, der wenig später einen hölzernen Turm mit zwei Glocken erhielt. Kurz darauf ergänzte man die Anlage um eine Totenkapelle.

Im Zuge der zweiten Türkenbelagerung 1683 wurden Kirche, Friedhof und Nebenbauten erneut vollständig zerstört. Der Neubau, nun den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, wurde am 7. August 1700 mit dem ersten Spatenstich begonnen. Um 1770 erfolgte eine erste Erweiterung der Kirche; zwölf Jahre später wurde der umliegende Gottesacker aufgelassen. Am 12. Juli 1832 begann ein umfassender Umbau, bei dem der gesamte hintere Kirchenraum bis zur Kanzel abgetragen wurde. Zudem musste aufgrund einer bautechnischen Fehlplanung das Gewölbe über dem Presbyterium angehoben werden. Am 15. September 1833 konnten die Arbeiten abgeschlossen und die Erdberger Pfarrkirche feierlich eingesegnet werden.
Das Kircheninnere überzeugt weniger durch eine reiche Ausstattung als vielmehr durch seine vielfältigen Gewölbeformen und Rundbögen. Besonders hervorzuheben ist das grossformatige Gemälde am Hochaltar, das die Verabschiedung der heiligen Apostel Petrus und Paulus darstellt.

