1. Bezirk, ehem. Dorotheergasse (?)

Vom einstigen Prandau-Haus in der Wiener Dorotheergasse ist kaum etwas überliefert. Ein historischer Stich gibt dennoch Einblick in das verschwundene Barockpalais.
Gleich vorweg: Über das ehemalige Prandau-Haus an der Dorotheergasse ist nach aktuellem Kenntnisstand nur wenig überliefert. Erhalten sind ein Stich von Salomon Kleiner sowie einige Angaben zu jenem Besitzer, nach dem das barocke Palais benannt wurde. Dabei handelt es sich um Maximilian Emanuel Hildebrand von Prandau, dessen Name auch in den Schreibweisen Hilleprand, Hillebrand und Brandau überliefert ist. Seine Vorfahren waren im 16. Jahrhundert von Kaiser Rudolf II. in den Reichsadelsstand erhoben worden. Kaiser Leopold I. verlieh ihnen 1674 das Prädikat «von Prandau».
Maximilian Emanuel war k. k. Kammerrat und Bankalitäts-Oberrepräsentant in Böhmen und wurde um 1730 gemeinsam mit seinem Bruder Johann Georg in den böhmischen Ritterstand erhoben. Von 1719 bis 1729 war er Eigentümer des Kagraner Freihofs. An den Adligen erinnert heute die Prandaugasse im 22. Bezirk.
Baujahr, Architekt und Zeitpunkt des Abbruchs des Palais Hildebrand-Prandau liegen zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes im Dunkeln. Salomon Kleiners Stich zeigt ein siebenachsiges, fünfgeschossiges Barockpalais. In der Mitte des gebänderten Sockelgeschosses befindet sich eine reich geschmückte Portalanlage, die von toskanischen Säulen flankiert wird. Darüber sitzt zu beiden Seiten je eine männliche Steinfigur, während den Zwischenraum Girlandenschmuck ziert. Der Bogen des Rundportals läuft in einer Zierkonsole zusammen.
Eine vierfache Gliederung durch korinthische Kolossalpilaster deutet einen Mittelrisalit an. Die mittleren drei Fenster der Beletage besitzen reich ornamentierte Parapetfelder, während jene der beiden äusseren Achsen schlichter gestaltet sind. Bemerkenswert ist zudem die aufwendige Gestaltung der Fenster: Mit Ausnahme des obersten Geschosses weisen sie durchgehend reiche Bekrönungen in mehreren Varianten auf.
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