Giuditta

Operette in fünf Bildern von Franz Lehár


Erstes bis fünftes Bild

In einer Hafenstadt im Süden Europas leben Giuditta und ihr alternder Ehemann Manuele. Giudittas Mutter war eine marokkanische Tänzerin, von der sie ein feuriges Temperament geerbt hat. Octavio, ein junger Offizier, der in der Hafenstadt auf den Befehl zur Reise nach Nordafrika wartet, hört Giudittas sehnsüchtigem Gesang zu. Er ist von der wunderbaren Stimme entzückt, und als er die Schönheit Giudittas sieht, erklärt er ihr seine Liebe und wünscht sich, dass sie mit ihm bei seiner Abreise die Stadt verlasse. Giuditta kann Octavios Charme nicht widerstehen und geht mit ihm mit, ohne sich von dem verzweifelten Manuele zu verabschieden. In Afrika angekommen verleben die beiden gemeinsam glückliche Tage. Und als Octavio nach zwei Wochen an die Front berufen wird, ist Giuditta alles andere als einsichtig und versucht, Octavio zur Fahnenflucht zu verleiten.

Die mahnenden Worte von Octavios Freund Antonio lassen diesen Versuch jedoch scheitern, worauf sich Giuditta verraten fühlt und das Haus verlässt. In einer Stadt in Nordafrika lässt sie sich in einem Nachtlokal als Tänzerin anstellen und hat ein ungezügeltes Leben. Octavio hat inzwischen aus Lauter Sehnsucht nach Giuditta und wegen des Wunsches, nur noch mit ihr zusammen zu sein, seine Offizierslaufbahn aufgegeben und sucht seine Geliebte. Als er sie in dem zweifelhaften Milieu findet, hofft er, sie wieder für sich zu gewinnen. Als Octavio jedoch erkennt, dass Giuditta jedem reichen Verehrer zu Willen ist, ist er überzeugt, dass die tief gesunkene Frau verloren ist. An Geld mangelt es Giuditta allerdings nicht.

Dies erfahren zwei junge verarmte Leute, Anita und Pierrino, welche mit Giuditta zusammen die Heimat verlassen haben. Sie schenkt ihnen eine grössere Summe Geld, damit sie zurückreisen und eine neue Existenz gründen können. Das rastlose Wanderleben Giudittas führt sie eines Tages in eine europäische Stadt. Der Zufall will es, dass sie im Hotel auf Octavio trifft, welcher sich hier mit Mühe und Not als Barpianist durchs Leben schlägt. Die Begegnung lässt in Giuditta die alte Leidenschaft und Liebe zu ihm entflammen. In Octavio jedoch ist alles tot und leer – er ist ein seelisch gebrochener Mensch, von seiner Leidenschaft zerstört…