19. Bezirk, Fröschlgasse

Alte Schriftquellen belegen, dass in Sievering bereits im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts eine dem heiligen Andreas geweihte Kapelle bestand, die zur Pfarre Heiligenstadt gehörte. Im Jahr 1344 wurde Sievering von Heiligenstadt abgetrennt und zur eigenständigen Pfarre erhoben. Um 1500 wurde die Sieveringer Pfarrkirche dem Stift Klosterneuburg inkorporiert; etwa zur gleichen Zeit übertrug man das Patrozinium der Kirche auf den heiligen Severin.

Die äussere Erscheinung der Sieveringer Pfarrkirche mit ihrem auffallend hohen, steilen Satteldach ist überwiegend gotisch beziehungsweise neugotisch geprägt, da das Gotteshaus im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Aus- und Umbauten erfuhr. Um 1896 wurden mehrere Gebäudeteile abgetragen und die Kirche neu gestaltet, wobei man auf ein möglichst ursprüngliches Erscheinungsbild achtete. So entstanden etwa Westfassade, Portal und Glockenturm in neugotischen Formen. Altgotische Relikte sind hingegen das Kirchenschiff, der Chor sowie Teile des Turmes.
Relikte des alten Friedhofes

Das Kircheninnere ist dreischiffig angelegt und wird von einem frühbarocken Tonnengewölbe überspannt. Die Pfeiler erhielten im Zuge der Barockisierung eine entsprechende Gestaltung. Der Hochaltar stammt aus dem späten 18. Jahrhundert, das Altarblatt zeigt den heiligen Severin; die Seitenaltäre sind rund hundert Jahre älter. Zur wertvollen Ausstattung zählen ausserdem die barocke Kanzel, ein gotisches Relief aus dem 15. Jahrhundert sowie das Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert. Der Friedhof, welcher die Kirche ursprünglich umgab, wurde später aufgelassen und in eine Grünanlage umgewandelt. Einige erhaltenswerte Grabsteine und Epitaphe sind in die Kirchenmauer eingelassen.
