Palais Albrecht

1. Bezirk, ehem. Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 3

planet-vienna, das palais albrecht in wien, ki-verbessert

In den Jahren 1690 und 1693 erwarb der kaiserliche Rat und Hofkammersekretär Franz Gottlieb Ritter von Albrecht gemeinsam mit seiner Gattin Eva Maria am heutigen Dr.-Ignaz-Seipel-Platz zwei Gebäude, die er um die folgende Jahrhundertwende zu einem prächtigen Palais vereinen und umgestalten liess. Glaubt man einer Notiz des Architekturstechers Salomon Kleiner, so entwarf der Bauherr die Fassade selbst. Von Albrecht verstarb jedoch bald, woraufhin seine Witwe das Palais ihrem Stiefsohn Konrad Adolf vermachte.

Später gelangte das Gebäude in den Besitz der Familie Hillebrand von Brandau (alt. Hildebrand-Prandau). Um 1853 erwarben die Brüder Karl und Rudolf Auspitz die Liegenschaft. Als die k.k. privilegierte wechselseitige Brandschaden-Versicherungsanstalt das Palais um 1872 kaufte, liessen sich die Auspitz gemeinsam mit der Familie Lieben ein Palais an der Ringstrasse errichten. Um 1903 wurde das ehemalige Palais Albrecht demoliert durch ein Gründerzeitgebäude ersetzt.

Ein Stich von Salomon Kleiner zeigt einen stattlichen, elfachsigen Bau mit vier Geschossen. Der zweigeschossige Gebäudesockel ist gebändert und weist in den Seitentrakten jeweils ein Rundportal auf, das mit figurenbekröntem Sprengwerk versehen ist. In der Mitte befindet sich ein schlichtes Rundportal, darüber ein auf zwei Konsolen ruhender Balkon. Die äusseren Fensterachsen sind durch Pilaster gegliedert und deuten jeweils einen Seitenrisalit an. Der dreiachsige Mittelrisalit ist ebenfalls durch Pilaster gegliedert und wird von einem grossen Dreiecksgiebel bekrönt. Den oberen Abschluss bildet eine Attika mit figuralem Schmuck und Steinvasen.