Zwölf Apostelkeller

1. Bezirk, Sonnenfelsgasse 3

planet-vienna, der zwoelfapostelkeller an der sonnenfelsgasse

Die Geschichte des so genannten Hildebrandthauses an der Sonnenfelsgasse mit seiner reich gestalteten Barockfassade dürfte im Kern ins 14. oder 15. Jh. zurückreichen. 1721 erhielt es sein heutiges Aussehen. Wer der Architekt war, ist nicht verlässlich überliefert. Da das barocke Zierwerk ganz im Stil Johann Lucas von Hildebrandts gehalten ist, hat das Haus seine Bezeichung erhalten.

planet-vienna, der zwoelfapostelkeller an der sonnenfelsgasse

Unter dem Hildebrandthaus liegt einer der bekanntesten Gewölbekeller Wiens – heute bekannt als „Zwölf Apostelkeller“. Das untere Kellergeschoss – der Brunnenkeller – dürfte wohl um 1100 entstanden sein. Es liegt bis zu 18 Meter unter Bodenniveau. Die Verwendung von romanischen Steinquadern in diesem Bereich lassen die entsprechende Einordnung zu, auch wenn eine erste dokumentierte Nennung eines Gebäudes an dieser Stelle erst 1339 erfolgt ist. Ein historisches Glanzstück innerhalb der Gewölbe ist eine figural gestaltete gotische Brunnenstube. Es ist die einzig erhaltene ihrer Art in Wien. Das gotisch gewölbte Geschoss über dem Brunnenkeller entstand wohl im 15. Jh. Im Zuge einer Neuerrichtung des darüberliegenden Gebäudes im Jahre 1561 erhielt der tiefere Keller seine heutigen Konturen.

Im Jahre 1952 eröffente in den verwinkelten, weitläufigen Gewölben der „Zwölf Apostelkeller“, eine Gaststätte, die zunächst zahlreiche bekannte Namen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft zu seinen Gästen zählte, heute jedoch hauptsächlich touristisch ausgerichtet ist. Das Lokal wird als „Stadtheuriger“ beworben und ist bekannt für seine klassische Wiener Küche. Der Name „Zwölf Apostelkeller“ steht nicht in einem historischen Kontext, sondern dürfte sich bei seiner Gründung an marketingtechnischen Aspekten orientiert haben.


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