Trinke, Liebchen, trinke schnell

Johann Strauss Sohn – Die Fledermaus


ALFRED
Trinke, Liebchen, trinke schnell,
trinken macht die Augen hell.
Sind die schönen Auglein klar,
siehst du alles licht und wahr.
Siehst, wie heisse Lieb‘ ein Traum,
der uns äffet sehr,
siehst, wie ew’ge Treue Schaum,
so was gibt’s nicht mehr!
Flieht auch manche Illusion,
die dir einst dein Herz erfreut,
gibt der Wein dir Tröstung schon
durch Vergessenheit!
Glücklich ist, wer vergisst,
was doch nicht zu ändern ist.
Kling, kling, sing, sing, sing,
trink mit mir, sing mit mir,
Lalala, lalala…

ROSALINDE
Ach, was tut man hier?

BEIDE
Glücklich ist, wer vergisst,
was doch nicht zu ändern ist.

ROSALINDE
für sich
Er geht nicht von hinnen,
schläft hier wohl noch ein;
was soll ich beginnen?

ALFRED
Stoss an!

ROSALINDE
Nein, nein!

ALFRED
Ach!
Trinke, Liebchen, trinke schnell,
trinken macht die Augen hell!
Mach doch nur kein bös‘ Gesicht
sei hübsch lustig, grolle nicht!
Brachst du einmal auch die Treu‘,
das sei dir verzichn;
schwöre wieder mir aufs neu‘,
und ich glaub‘ dir kühn!
Glücklich macht uns Illusion.
Ist auch kurz die ganze Freud‘;
sei getrost, ich glaub‘ dir schon
und bin glücklich heut.

ROSALINDE
Ach!

BEIDE
Glücklich ist, wer vergisst,
was doch nicht zu ändern ist.


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