Spiel‘ ich die Unschuld vom Lande

Johann Strauss Sohn – DieFledermaus


Spiel‘ ich die Unschuld vom Lande,
natürlich im kurzen Gewande,
so hüpf‘ ich ganz neckisch umher,
als ob ich ein Eichkatzerl wär‘;
und kommt ein saub’rer junger Mann,
so blinzle ich lächelnd ihn an,
durch die Finger zwar nur,
als ein Kind der Natur,
und zupf‘ an meinem Schürzenband –
so fängt man Spatzen auf dem Land,
Und folgt er mir, wohin ich geh‘,
Sag’ich naiv: Sie Schlimmer, Sie,
setz‘ mich zu ihm ins Gras sodann
und fang‘ auf d’Letzt zu singen an;
Lalalalalala…

Wenn Sie das gesehn,
müssen Sie gestehn,
es wär der Schaden nicht gering,
wenn mit dem Talent, mit dem Talent
ich nicht zum Theater ging‘!

Spiel‘ ich eine Königin,
schreit ich majestätisch hin,
nicke hier und nicke da,
ja ganz, ja in meiner Gloria!
Alles macht voll Ehrfurcht mir Spalier;
lauscht den Tönen meines Sangs,
lächelnd ich das Reich und Volk regier‘,
Königin par excellence!
Lalalalalala…

Wenn Sie das gesehn,
müssen Sie gestehn,
es wär der Schaden nicht gering,
wenn mit dem Talent, mit dem Talent
ich nicht zum Theater ging‘.

Spiel ich ’ne Dame de Paris, ah,
die Gattin eines Herrn Marquis, ah,
da kommt ein junger Graf ins Haus, ah,
der geht auf meine Tugend aus, ah!
Zwei Akt hindurch geb‘ ich nicht nach.
Doch ach, im dritten werd‘ ich schwach;
da öffnet plötzlich sich die Tür,
o weh, mein Mann, was wird aus mir, ach!
Verzeihung! flöt‘ ich, er verzeiht, ah,
zum Schluss-Tableau, da weinen d’Leut;
Ja, ach ja!