So schön wie’s einmal war

Carl Michael Ziehrer – Der verliebte Eskadron


SIE
Tausend gold’ne Trauben reifen
schwer vom süssen Wein,
tausend Sterne nah zum Greifen
silberlichten Schein.
Weiche Wiener Geigen singen
still vergnügt ihr Lied,
dass froh beschwingt
zum Herz es dringt
und zu den Sternen zieht.

Doch lobt der Wiener net das Heut‘,
er singt nur von der alten Zeit:

So schön wie’s einmal war,
so schön wird’s net mehr.
Denkt man der gold’nen Jahr‘,
wird s’Herz gar schwer.
Küsst euch, und schenkt euch ein,
trinkt Liebe und Wein.
So schön, wie’s einmal war,
kann’s net mehr sein.

ER
Lieder gab der Schubert Franz her
für sein‘ kargen Lohn.
Und der Strauss schrieb seine Lieder
ohne Saxophon.
Ohne Grammophon und Radio
war’n sie populär,
und jedes Lied noch heut‘ erklingt,
wie kommt das und woher?

Und klingt das Lied wie einst im Mai,
das Herz singt mit und denkt dabei:

BEIDE
So schön wie’s einmal war,
so schön wird’s net mehr.
Denkt man der gold’nen Jahr‘,
wird s’Herz gar schwer.
Küsst euch, und schenkt euch ein,
trinkt Liebe und Wein.
So schön, wie’s einmal war,
kann’s net mehr sein.


Und so klingt’s: