1. Bezirk, Spiegelgasse 6

Das Palais Szechenyi in der Wiener Spiegelgasse ist ein prachtvolles Beispiel neobarocker Architektur. Besonders seine reich gestaltete Fassade und die monumentale Portalanlage ziehen den Blick auf sich.
Das Palais an der Spiegelgasse wurde in den Jahren 1896 und 1897 nach Plänen des Architekten Viktor Siedek für Freiherrn von Schloissnigg errichtet. Ab 1927 befand sich das Gebäude im Besitz der Gräfin Szechenyi, einer Angehörigen eines ungarischen Adelsgeschlechts. Heute beherbergt das Palais Szechenyi das Teppichhandelsgeschäft Rahimi.

Das stattliche, sechsgeschossige Palais präsentiert sich in vielfältigen neobarocken Formen. Riesenpilaster und Lisenen gliedern die grossflächige Fassade. Besonders aufwendig gestaltet ist die prachtvolle Portalanlage. Ein vorspringender Rundbogen überspannt das Tor und umfasst eine grosse, reich ornamentierte Wappenkartusche. Ionische Halbsäulen flankieren das Portal, über denen jeweils ein Putto sitzt. Darüber erhebt sich in der Beletage ein leicht ausschwingender Erker, der von zwei Hermen gerahmt wird. Er reicht bis ins dritte Obergeschoss und schliesst nach oben mit einem Balkon samt Schmiedeeisengeländer ab.
Das stuckierte Tonnengewölbe der Einfahrt ist mit Stichkappen versehen. Auch das Interieur der Beletage hat sich weitgehend erhalten. Die Supraporten sind reich stuckiert, während die ursprüngliche Raumflucht mit ihren neobarocken Stuckdecken und Türbeschlägen unverändert geblieben ist. Zudem haben sich mehrere neobarocke Kachelöfen sowie eine originale Standuhr erhalten.

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