Ich lade gerne mir Gäste ein

Johann Strauss Sohn – Die Fledermaus


Ich lade gern mir Gäste ein.
Man lebt bei mir recht fein.
Man unterhält sich wie man mag.
Oft bis zum hellen Tag!
Zwar langweil‘ ich mich stets dabei,
was man auch treibt und spricht.
Indes, was mir als Wirt steht frei,
duld‘ ich bei Gästen nicht!
Und seh‘ ich, es ennuyiert
sich jemand hier bei mir,
so pack‘ ich ihn ganz ungeniert,
werf‘ ihn hinaus zur Tür.
So pack‘ ich ihn ganz ungeniert,
werf‘ ihn hinaus zur Tür. 
Und fragen Sie, ich bitte,
warum ich das denn tu‘?
‚S ist mal bei mir so Sitte,
Chacun à son goût!

Wenn ich mit andern sitz‘ beim Wein
und Flasch‘ um Flasche leer‘,
muss jeder mit mir durstig sein,
sonst werde grob ich sehr!
Und schenke Glas um Glas ich ein,
duld‘ ich nicht Widerspruch.
Nicht leiden kann ich’s, wenn sie schrei’n
ich will nicht, hab‘ genug!
Wer mir beim Trinken nicht pariert,
sich zieret wie ein Tropf,
dem werfe ich ganz ungeniert
die Flasche an der Kopf.
Dem werfe ich ganz ungeniert
die Flasche an der Kopf.
Und fragen Sie, ich bitte.
Warum ich das denn tu‘?
‚S ist mal bei mir so Sitte,
Chacun à son goût!