1. Bezirk, Griechengasse 8

Ursprünglich befand sich an der Ecke, an der der Hafnersteig von der Griechengasse zum Franz-Josefs-Kai hinabführt, die Gastwirtschaft „Küss den kleinen Pfennig“, die in den Jahren 1803 bis 1806 zu einer Kirche umgebaut wurde. Im Jahr 1898 wurde ein Glockenturm angebaut und der Haupteingang an der Griechengasse angelegt. Der Ausbau und die gestalterische Ausformung der Griechenkirche St. Georg wurden grosszügig von Nikolaus Dumba finanziell unterstützt. Am hinteren Ende des Kirchenschiffs befindet sich ein Narthex, eine schmale Vorhalle altchristlicher und byzantinischer Kirchen, über dem eine Empore angeordnet ist.
Die kunstvoll bemalten Glasfenster an der Seite zur Griechengasse wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach teilweise wiederhergestellt. Das Bildnis im Giebel auf der einem griechischen Tempel nachempfundenen Turmseite zeigt den heiligen Georg als Drachentöter.

Das Innere der Grichenkirche St. Georg ist insgesamt schlicht gehalten. Die dreitürige Holzwand zwischen Altarraum und Kirchenschiff, die Ikonostase, zeigt Gemälde der Hauptikonen des heiligen Georg, der Gottesmutter Maria, Christi und Johannes des Täufers sowie weitere Darstellungen aus dem Alten Testament und dem Festtagszyklus. Die fünf grossformatigen Gemälde an der nach Norden ausgerichteten Innenwand stammen von dem Maler Constantinos Parthenis. In der Kuppel, in der ein reich gestalteter goldener Lüster hängt, sind die Büsten der vier Evangelisten dargestellt. An der Decke zum Altarraum hin befindet sich ein medaillonförmiges Gemälde, das Christus Pantokrator, den thronenden Christus der byzantinischen Kunst, zeigt.
