1. Bezirk, Schulhof 2

Bereits im 11. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Gebäude, das den Beinamen „Harfenhaus“ trug. Um 1580 gelangte es in den Besitz der Familie Starhemberg, die das Gebäude aufstocken liess. Um 1690 erwarb der Befehlshaber der Stadtwache, Ferdinand Marchese von Obizzi, das Palais, ergänzte es um ein drittes Stockwerk und verlieh ihm seine heutige Fassade. Auch das Innere liess er aufwendig ausgestalten.
In der Folge wechselte das Haus mehrfach den Eigentümer und ging schliesslich 1740 in den Besitz von Manuel Teles de Sylva, Graf von Tarouca, über. Ab 1799 befand sich das Palais für 27 Jahre im Besitz der Grafen Marzani, bevor es in bürgerliches Eigentum überging. Im Jahr 1826 erfolgten Umbauten und Adaptierungen durch den Architekten Andreas Lechner. Um 1901 erwarb die Stadt Wien das Gebäude, da es sich an verkehrstechnisch ungünstiger Stelle befand und die Verkehrsführung behinderte. Glücklicherweise wurde das Haus nicht abgetragen, sondern erhalten und als Standort des Uhrenmuseums genutzt.

Das Palais Obizzi ist äusserlich nicht als typisches Palais erkennbar. Es weist einen unregelmässigen Grundriss auf, verfügt über keine ausgeprägte Beletage und entspricht auch nicht der für Palaisbauten üblichen Raumaufteilung. Die Räume sind eher klein, jedoch reich mit Stuck und Ornamenten ausgestattet. Von der ursprünglichen Innenausstattung ist heute allerdings nichts mehr erhalten. Zur Steindlgasse hin, direkt gegenüber vom Chor der Kirche am Hof, verjüngt sich das Gebäude zu einem schmalen Trakt mit nur einer Fensterachse. Im Innenhof befindet sich ein Brunnen mit einem Trog aus der Römerzeit. Bis heute wird das Palais Obizzi als Museum genutzt.

