Herz-Jesu-Basilika

22. Bezirk, Schüttauplatz

planet-vienna, die herz-jesu-basilika, pfarrkirche von kaisermühlen, wien

Bis Ende 19. Jahrhundert gehörte Kaisermühlen der Pfarre St. Johann-Nepomuk an, deren Pfarrkirche an der Praterstrasse steht. In Kaisermühlen war jedoch der Wunsch nach einer eigenen Kirche schon lange präsent. Um 1884 entstand schliesslich ein Kirchenbauverein. Die Mitgliederzahl stieg schnell an. Besonders gross war die Freude, als die Kronprinzenwitwe Erzherzogin Stephanie das Protektorat des Kirchenbauvereins übernahm, dem Dr. Anton Hasslwanter vorstand. In Absprache mit der Kommission zur Donauregulierung erhielt Kaisermühlen ein Grundstück in der Schüttau zum Bau der Kirche nach Plänen des Architekten Viktor Luntz und der Aufsicht von Vereins- sowie Hof- und Stadtbaumeister Ernst Krombholz. Die Grundsteinlegung erfolgte am 24. April 1887 durch Kardinal Fürsterzbischof Cölestin Joseph Ganglbauer. Am 4. Oktober 1887 konnte von Erzbischof Eduard Angerer bereits das Presbyterium eingeweiht werden.

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Bis 1893 fanden in der Kirche auf Kosten des Kirchenbauvereins an Sonn- und Feiertagen Messen statt. als im Januar 1893 Ernst Krombholz starb, wurde das Bauprojekt von Stadtbaumeister Rudolf Jäger fortgesetzt. Am 28. April 1895 konnte die neue Kirche von Fürsterzbischof Kardinal Anton Josef Gruscha im Beisein Kaiser Franz Josephs feierlich eingeweiht werden. Ab 1909 war Kaisermühlen eine selbständige Pfarre. Von Anfang an war ein Glockenturm geplant, der jedoch nicht zur Ausführung kam. Bomben beschädigten die Kirche im zweiten Weltkrieg. Sie wurde nach Kriegsende erfolgreich wieder instand gestellt. Erst 1966 erhielt die Kirche nach Plänen von Erwin Plevan einen – freilich eigenwilligen – Glockenturm und einen Sakristeianbau.

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Die Kaisrmühlener Pfarrkirche ist eine grosse späthistoristische Säulenbasilika, die an der Bauform frühchristlicher Kirchen anlehnt. Die Hauptfassade weist typisch romanische Elemente auf. Der obere Teil wird bestimmt durch Gesimsgliederung und Blendarkaturen. Übe dem Portal mit Säulenadikulen liegt ein Giebelfeld mit dem Relief Christus Salvators. Die Nischenfiguren zeigen den hl. Josef und eine weibliche Heilige. Die Seitenfronten weisen toskanische Gesims- und Pilastergliederungen auf sowie rundbogige Seitenschiff- und Obergadenfester. Die Apsis tritt – getreu den romanischen Basiliken – im Halbrund hervor.

Das Langhaus ist dreischiffig und wird von hölzernen Flachdecken überspannt. Besonders sehenswert ist die bemerkenswerte Kassettendecke mit Rosetten des Mittelschiffes. Die Seitenschiffe werden durch korinthische Säulenarkaden abgetrennt. Die Wandgliederung der Seitenschiffe ist analog zur Aussenfassade durch toskanische Pilaster gegliedert. Die hoch angesetzte Orgelempore liegt über einer dreiachsigen Blendarkatur. Ein hoher Bogen trennt den querrechteckigen Chor mit  Apsis vom Hauptschiff ab. Rechts vom Chor befindet sich eine Seitenkapelle, die dem seligen Kaiser Karl I. geweiht ist.

Die Wandmalereien aus der Zeit von 1900 bis 1907 zeigen im Chor den Kommunion spendenden Christus und diverse Heilige. Diejenigen über den Seitanaltären an den Stirnwänden der Seitenschiffe zeigen ebenfalls Heilige sowie Engel in dekorativer Umrahmung. Die Fenstermalereien sind teilweise Originale aus der Tiroler Glasmalerei-Anstalt. Die Kreuzwegstationen stammen aus der Erbauungszeit. Der Hochaltar besteht aus einem Aufbau mit Säulenmensa. Darüber eine Herz-Jesu-Figur im Strahlenkranz. Auch die Seitenaltäre weisen Säulenmensen auf. Sie zeigen den hl. Josef und die hl. Maria. Auf dem Schalldeckel der Kanzel von 1910 steht die Figur des hl. Johannes Evangelist. Die Orgel wurde um 1900 eingebaut, die Beichtstühle um 1910.