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Die Erdbestattung
 

 

Im 16. Jh. wurde es allmählich üblich, die Toten in einem Sarg zu bestatten. Zuvor hat man sie hauptsächlich in Tücher gewickelt, in Leinensäcke eingenäht oder in Behältnissen wie grosse Krüge oder ausgehöhlte Baumstämme beerdigt. Da aber anfangs ein Holzsarg der oberen Schicht vorbehalten war, nutzte man oft nur einen Gemeindesarg, in dem man den Verstorbenen bloss zu seinem Grab brachte. Die Umstände im 18. und 19. Jh. wie beispielsweise das Aufbahren des Toten für einige Tage machten einen Sarg fast unerlässlich, was dazu führte, dass es kaum mehr Bestattungen ohne Sarg gab. Erst als der Reformkaiser Joseph II. die Weisung erliess, dass die Toten ohne Sarg beerdigt werden müssen, änderte sich das wieder. Er befahl die Bestattung im Sparsarg, ein Sarg, dessen Boden aufklappbar war. So konnte der Tote im Sarg zum Grab gebracht werden. Dort betätigte man einen Riegel, worauf die Leiche wie ein Kartoffelsack ins Grab plumpste, selbstverständlich ganz zur Empörung der Bevölkerung. Daher währte dies nur für kurze Zeit, denn die Leute reklamierten über dieses gottlose Vorgehen, worauf Joseph II. seine Weisung wieder zurücknahm.

Das Einsargen wurde wichtiger Bestandteil der Bestattungszeremonie. Besonders in der oberen Schicht gab man dafür viel Geld aus. Der Verstorbene wurde gewaschen, angekleidet und „hübsch“ gemacht. Dann wurde er in einen hölzernen oder auch metallenen Sarg gelegt, welcher je nach Wunsch mit den unterschiedlichsten Ornamenten verziert war, mal bewusst schlicht, mal ausserordentlich prunkvoll. Der Sarg war meist mit einer Matratze, einem Kissen und einem Schleier ausgestattet. Dazu wurde gerne teurer Stoff mit Bestickung und Spitze verwendet. Auf dem Sarg wurde ein Bouquet aus teuren Blumen platziert. Später entstanden Sargfabriken.


Nach der Aufbahrung wird der Sarg auch heute noch von vier Sargträgern zum Wagen und dann zum Grab gebracht. Um dem Toten eine würdevolle Absenkung ins ausgehobene Grab zu gewähren verwendet man eine mechanische Vorrichtung, welche über dem Grab platziert wird. Auf diese wird der Sarg gestellt und kann damit automatisch in die Tiefe versenkt werden. Dies ist einerseits optisch ein angenehmerer Anblick, andererseits werden die Totengräber entlastet. Seit 1894 wird dies auf allen städtischen Friedhöfen so praktiziert.


Der berüchtigte Sparsarg
 


Riegelvorrichtung am Sparsarg