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Die Rache der Toten


 
 

Zur Zeit als der Stephansdom noch von einem Friedhof umgeben war, befanden sich in diesem einige Beinhäuser, sogenannte „Karner“, in denen man die Gebeine der ausgegrabenen Toten stapelte und aufbewahrte. Im grössten der Beinhäuser brannte stets ein Öllämpchen, ein Armenseelenlicht, vor einem Kreuzbildnis.

Einmal war der Messdiener vom Stephansdom bei einem Freund zu besuch, verweilte dort geraume Zeit und machte sich erst auf den Heimweg, als die Turmglocke die Nacht einläutete. Da er reichlich Alkohol getrunken hatte, bestand sein Freund darauf, ihn auf seinem Wege zu begleiten. Der Heimweg führte über den Friedhof. Als die beiden an den düsteren Grabhügeln vorbeigingen, blies ein plötzlich aufkommender Windstoss die Flamme ihrer Lampe aus. Ein Gefühl der Angst durchfuhr den Freund, während der Messdiener – durch den Alkohol frei von Furcht – die Idee hatte, ihr Weglicht an der Öllampe im grossen Karner wieder zu entfachen. Sein Freund lehnte diesen Einfall entschieden ab, wollte er sich doch schliesslich nicht mit Sünde beladen. Entzürnt über den Rückzieher seines Freundes betrat der Messdiener das Beinhaus mit dem Öllicht. Es herrschte drin Grabesruhe. Dann lachte er laut und rief höhnisch: „Ist denn hier nirgends ein Verwandter, welcher das Licht tragen und mir den Weg leuchten kann? Ihr Toten braucht ja kein Licht, da ihr ohnehin schon längst entschlafen seid...“ Noch immer lachend trat er zum Armenseelenlicht hin, entzündete seine Lampe und löschte dabei das gesegnete Licht.

Er drehte sich um und schritt auf den Ausgang zum, als es hinter ihm im Karner ganz fürchterlich zu poltern und lärmen anfing. Als er sich blass vor Schreck umdrehte, flog ihm ein langer Knochen entgegen und schlug auf seiner Brust auf. Eh der Messdiener sich versah, schoss ein zweiter Knochen auf ihn zu und zertrümmerte seine Laterne. Nun kamen von allen Seiten Knochen geflogen und trafen ihn am ganzen Körper. Als plötzlich die Turmuhr die zwölfte Stunde schlug, hörte der Spuk auf. Zerschlagen taumelte der Messdiener ins Freie und sank reglos zu Boden. Am folgenden Morgen fand man ihn und brachte ihn zu Bett, worauf er jedoch bald hohes Fieber bekam und verstarb. Im Beinhaus lagen die Knochen wild zerstreut am Boden.