Google
PlanetVienna Web


 
 Hotels in Wien

 
 
   Über Planet-Vienna
   
   Home
   Historia
   Geographie
      Die Bezirke
 
   In Wort und Bild
    Plätze/Strassen
    Kunst/Kultur
    Kirchen
    Prunkbauten
    Wiener Palais
    Kaffeehäuser
    Beisln/Heurige
    Varia
    Wien Umgebung
    Alt-Wien (Photos)
    Alte Ansichten
    Impressionen
    Vogelperspektive
    Bilderverkauf
     
     
   Architekten
   Musik
  Komponisten
  Operette
  Walzer
  Musikfiles
   
   Die Habsburger
   Wien und der Tod
   Wienerisches
   Reiseinformationen
   Blog
 
  Kontakt
  Partnerseiten
  Sitemap
  Disclaimer
English
   
   
   
   

 

 

<< zurück


Der Zentralfriedhof

 

Wo viele Menschen leben, sterben auch viele. Im 19. Jrh. wuchs die Einwohnerzahl von Wien drastisch, und auf den städtischen Friedhöfen war kein Platz mehr für die vielen Toten. Dies war der Anlass zu Errichtung des rund 2.5 Quadratkilometer grossen Zentralfriedhofes, welcher im Jahre 1874 eröffnet wurde. Er liegt südöstlich ausserhalb der Stadt in Simmering. Wie bei zahlreichen anderen Projekten Wiens wurde auch für die Planung des Zentralfriedhofes ein Wettbewerb ausgeschrieben, welcher von dem Frankfurter Architektenteam Karl Mylius und Alfred Bluntschli gewonnen wurde. Umnut machte sich anfags breit, da der Zentralfriedhof ein konfessionsloser Friedhof sein sollte. Man zweifelte daran, dass eine klare Abgrenzung zwischen den unterschiedlichen Konfessionen und eine Einweihung möglich sei. Man fand einen Kompromiss. Dennoch blieb der Friedhof vorerst ein Gesprächsthema.

Die Errichtung der dazugehörigen Bauwerke zog sich dahin, und man warf den Architekten Vernachlässigung der Aufsichtspflicht vor. Zudem beklagte man sich auch über die lange Anreise, welche besonders im Winter beschwerlich war, denn damals existierte noch keine Bahnverbindung in diesen Teil von Simmering.

Der Begriff 'Zentralfriedhof' ist im ersten Augenblick irreführend, da er ja nicht zentral gelegen ist, sondern ausserhalb der Stadt. Die Bezeichnung rührt daher, dass eine Bestattung hier kostengünstiger Standard ist. Wer auf einem der kleineren örtlichen Friedhöfen zu Grabe getragen werden wollte, hatte mindestens das doppelte zu entrichten. Auf dem Zentralfriedhof aber konnte jeder zu den geringsten Kosten beerdigt werden. Bereits vor der eigentlichen Entstehung des heutigen Zentralfriedhofes existierten hier Gräber. Viele Persönlichkeiten wurden aus aufgelassenen Friedhöfen hierher verlegt. Jedoch wurde das Friedhofsgelände im Laufe der Zeit mehrmals verändert und erweitert. Zwischen 1900 und 1911 wurden durch Max Hegele die Lueger-Kirche (Borromäuskirche) und das kunstvolle 2. Tor, das Haupttor, im Jugendstil erbaut. Die Kirche bildet das Zentrum der Anlage, wo die Hauptalleen zusammentreffen.

 

Hier findet man die vermutlich grösste Ehregräbergruppe Europas, wenn nicht sogar weltweit. Neben namhaften Politikern ruhen hier die berühmtesten Komponisten aller Zeiten wie Beethoven, Mozart, Schubert, Brahms, Strauss, Lanner, Millöcker und viele andere Musiker und Schauspieler. Gegenwärtig gibt es auf dem Zentralfriedhof rund 350 Ehrengräber und 570 Widmungsgräber. Der Zentralfriedhof umfasst eine katholische, eine evangelische, eine orthodoxe und eine neue und alte israelitische Abteilung. Letztere befindet sich beim 1. Tor und nimmt einen Grossteil des östlichen Friedhofsflügels ein. Hier herrschen ganz andere Zustände als in der Abteilung der Ehrengräber. Seit Jahrzehnten wurde hier nichts mehr gemacht, weder Gräber gepflegt, noch Sträucher geschnitten, noch Wege instand gehalten. Dadurch ist die alte israelitische Abteilung besonders interessant. Der  Besucher schreitet durch endlose verwachsene Wege an verwucherten und schiefen Gräbern entlang, die nicht selten offen sind und Einblick ins Erdinnere gewähren. Dabei erkennt man oft die Särge oder zumindest, was von ihnen übrig geblieben ist.

Es ist die perfekte Szenerie für einen Gruselfilm. Immer wieder stösst man auf teilweise oder auch gänzlich verfallene Grabmonumente und begehbare Familiengrüfte mit rostigen Eisengittern. Umgekippte Grabsteine, zerstörte Grabplatte oder verblichene Inschriften bezeugen die jahrelange Verwilderung dieses Friedhofteils. Von hohen Bäumen gesäumte Wege, die so lang sind, dass sie im Nichts zu verschwinden scheinen, verbinden die Sektionen des Friedhofs. Oft kann der Besucher ewig auf dem Gelände spazieren, ohne einem lebenden Menschen zu begegnen. Und  doch ist er nie alleine: In den rund 330'000 Gräbern liegen über drei Millionen Tote begraben, anderthalbmal soviel wie die Stadt Wien Einwohner hat. Sie alle liegen beerdigt in Stätten von unterschiedlicher Aufmachung. Diese reichen vom einfachsten Grabstein bis hin zu den prächtigsten Grabmonumenten, die aussehen wie eine kleine gotische Kathedrale oder eine barocke Kapelle. Dies lässt jeweils auf den Reichtum der Familie schliessen, die sich eine repräsentative letzte Ruhestätte gönnen wollte, obschon wir 'im Tode alle gleich sind'.

Bemerkenswert ist bereits die Fahrt zum Zentralfriedhof der Simmeringer Hauptstrasse entlang. Wie sich um die Flughäfen herum Cargo- und Logistikfirmen sowie Sitze der Luftfahrtgesellschaften häufen, gliedern sich an der Strasse entlang - je näher man zum Friedhof kommt - immer mehr Blumengeschäfte, Bestattungsinstitute, Steinmetze und Sargmacher.  Der Wiener Zentralfriedhof ist Europas zweitgrösste Friedhofsanlage und gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Wiens. Am besten zu erreichen ist das Gelände mit der Strassenbahn Nr.71 vom Schwarzenbergplatz aus oder mit ebenderselben Strassenbahn von der Endstation der U3 in Simmering Zentrum.